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Hunderte von erfüllten biblischen Prophezeiungen
bestätigen unverkennbar den göttlichen Ursprung der Bibel, da
sie sich bis aufs kleinste Detail erfüllt haben. Jeder ehrliche,
suchende Mensch muss unvermeidlich beeindruckt sein von dem erstaunlichen
Gewicht dieses Arguments. Gott selbst beruft sich auf erfüllte Prophezeiungen
als Beweis für seine göttliche Autorschaft der Bibel:
Sie sollen
verkünden, was sich ereignen
wird: das Frühere, was war es? Verkündet es, damit wir es
uns zu Herzen nehmen! Oder lasst uns das Künftige hören, damit
wir seinen Ausgang erkennen! Verkündet das später Kommende,
damit wir erkennen, dass ihr Götter seid!
Wer hat es von
Anfang an verkündet, dass wir es erkannt hätten, und von jeher,
dass wir sagen könnten: Richtig!
(Jesaja 41,20-26).
Ich bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen
noch meinen Ruhm den Götterbildern. Das Frühere, siehe, es
ist eingetroffen, und Neues verkündige ich. Bevor es aufsprosst,
lasse ich es euch hören (Jesaja 42,8-9).
Das Frühere habe ich längst schon verkündet. Aus meinem
Mund ist es hervorgegangen, und ich habe es hören lassen; plötzlich
tat ich es, und es traf ein (Jesaja 48,3; siehe auch 43,8-11).
Bei unserer Beschäftigung mit Prophetie ist es
wichtig zu berücksichtigen, dass jedes weitere Detail einer Voraussage
es weniger wahrscheinlich macht, dass sich diese Details allesamt und
in richtiger Reihenfolge erfüllen. Beispielsweise kann man die 3
Buchstaben A, B und C in 6 verschiedenen Kombinationen anordnen. Nimmt
man jedoch 6 Buchstaben, A, B, C, D, E und F, so kann man daraus schon
720 verschiedene Kombinationen zusammenstellen. Wendet man dieses mathematische
Gesetz auf biblische Prophezeiungen an, die 10 oder mehr Details enthalten,
beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Prophezeiung »zufällig«
in exakt der vorgegebenen Reihenfolge der Details erfüllt 1 zu 3.628.800!
Zu den zahlreichen Beispielen erfüllter Prophezeiungen gehören
die biblischen Voraussagen über das Volk der Juden, über Jesus
Christus, über bestimmte Städte wie Jerusalem und Tyrus und
andere Städte in Galiläa, über die vier Weltreiche, die
der Prophet Daniel beschrieb und die sogenannten siebzig Jahrwochen Daniels.
Das Volk der Juden
Friedrich der Große sagte einmal zu einem seiner Adjutanten: »Liefern
Sie mir mit einem Wort einen Beweis, dass die Bibel wahr ist!« Der
Adjutant antwortete prompt: »Die Juden, Majestät.«9 Der
berühmte Philosoph Hegel sagte: »Meine Philosophie erklärt
alles außer die Juden.« Das Phänomen des jüdischen
Volkes ist deshalb so schwierig zu erklären, weil dieses Volk einen
einzigartigen Platz in Gottes Plänen und Absichten einnimmt. Ihr
jahrtausendelanges Schicksal ist mit göttlicher Genauigkeit in der
Bibel vorausgesagt, und ihre Geschichte und Gegenwart bestätigen
lauthals die Zuverlässigkeit dieser Prophezeiungen.
Dieses Volk wurzelt in der Berufung Abrahams, dem Gott verhieß:
»Ich will dich zu einer großen Nation machen« (1. Mose
12,2). Aus menschlicher Sicht schien das sehr unwahrscheinlich, da Abraham
im hohen Alter noch kinderlos war, doch ist es heute nur allzu offensichtlich,
dass sich diese Prophezeiung erfüllt hat. Außerdem sagte Gott
zu Abraham: »In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der
Erde!« (Vers 3). Wie können alle Völker der Erde durch
Abraham gesegnet werden? Durch den Herrn Jesus Christus, der ein direkter
Nachkomme Abrahams ist (Matthäus 1,2.16; Lukas 3,34) und der ganzen
Welt das Heil gebracht hat.
Gott hat an vielen Stellen der Bibel vorausgesagt, dass die Juden verfolgt
und unter die Nationen zerstreut werden, wenn sie böse Wege einschlagen
und nicht der Stimme des Herrn gehorchen:
Und der HERR wird euch unter die Völker zerstreuen,
und ihr werdet übrigbleiben, ein geringes Häuflein unter den
Nationen, wohin der HERR euch führen wird (5. Mose 4,27).
Und du wirst zum Entsetzen werden, zum Sprichwort und zur Spottrede
unter allen Völkern, wohin der HERR dich wegtreiben wird (5. Mose
28,37).
Und der HERR wird dich unter alle Völker zerstreuen von einem Ende
der Erde bis zum andern Ende der Erde
Und unter jenen Nationen
wirst du nicht ruhig wohnen, und deine Fußsohle wird keinen Rastplatz
finden. Und der HERR wird dir dort ein zitterndes Herz geben, erlöschende
Augen und eine verzagende Seele
(5. Mose 28,64-67, siehe auch
3. Mose 26,31-33; 5. Mose 29,18; Jeremia 9,15; Hesekiel 22,15; Sacharja
7,14).
Das Volk der Juden ist mehrfach zerstreut worden, die
letzte und endgültige Zerstreuung geschah im Jahr 70 n.Chr., als
Jerusalem von Titus zerstört wurde und die überlebenden Juden
sich buchstäblich unter die Nationen verteilten, wo sie den größten
Teil der seither vergangenen zwei Jahrtausende zugebracht haben.
Eine weitere biblische Voraussage über dieses Volk besagt jedoch,
dass die Juden trotz ihrer Zerstreuung niemals ihre nationale Identität
verlieren werden, sondern als besondere und geschlossene Nationen erhalten
bleiben: »Siehe, ein Volk, das abgesondert wohnt und sich nicht
zu den Nationen rechnet« (4. Mose 23,9). Das scheint widersinnig
zu sein, denn wenn ein Volk erobert und geschlagen wird und seine Überreste
in Gefangenschaft geraten und weggeführt werden, dann löst es
sich normalerweise mit der Zeit durch Mischehen und Aussterben auf und
wird von den Völkern, unter denen es lebt, assimiliert. Mit den Juden
geschah das jedoch nicht. Obwohl sie von den Nationen förmlich verschluckt
wurden, hat sich dieses bemerkenswerte Volk niemals aufgelöst.
Der gegenwärtige Zustand der Juden ist in Hosea 3,4 vorausgesagt:
»Denn die Söhne Israel bleiben viele Tage ohne König und
ohne Oberste, ohne Schlachtopfer und ohne Gedenkstein und ohne Ephod und
Teraphim.« Israel sollte lange Zeit ohne königliche Dynastie
sein und keinen Tempel, keinen Hohenpriester und keinen Altar für
seine Opfer haben (Das »Ephod« war ein Kleidungsstück
des Hohenpriesters), aber auch frei sein vom Götzendienst (»Gedenksteine«
und »Teraphim« waren Götzen). Der Zustand der Juden während
der letzten 2000 Jahre könnte nicht treffender beschrieben werden.
Die Bibel sagt aber auch voraus, dass die Juden wieder in ihr Land zurückkehren
und ihren eigenen Staat haben werden, auch wenn sie noch nicht Gott gehorchen
und immer noch Jesus als Messias ablehnen: »Ich (Gott) werde euch
aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch
in euer Land bringen
Und ich werde meinen Geist in euer Inneres
geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine
Rechtsbestimmungen bewahrt und tut« (Hesekiel 36,24-27, siehe auch
Kap. 34,13; 37,12; 38,8; 5. Mose 30,3.4; Psalm 107,3; Jesaja 43,6; Jeremia
32,37).
Diese Prophezeiungen sind zwar noch nicht erfüllt, doch spielen sich
heute vor unseren Augen höchst interessante Vorbereitungen auf diese
Erfüllung ab. Im Jahr 1948 wurde der Staat Israel neu gegründet,
was wenige Jahrzehnte zuvor kaum jemand für möglich gehalten
hätte. Seitdem hat Israel wieder ein eigenes Territorium mit einer
Regierung, einer Flagge, Briefmarken, einer Armee und einem Schulsystem.
Aus mehr als 74 verschiedenen Ländern und aus allen Kontinenten kehren
Juden nach Israel zurück.
Die wichtigste Exportware Israels sind Zitrusfrüchte, und die israelische
Stadt Jaffa ist weltweit für ihre Orangen bekannt. Angesichts der
Voraussage in Jesaja 27,6 ist das eine hochinteressante Tatsache: »In
den kommenden Tagen wird Jakob (d.h. Israel) Wurzeln schlagen, Israel
blühen und knospen; und sie werden mit Früchten füllen
die Fläche des Erdkreises.«
Jahrhunderte lang war Palästina eine öde Gegend, doch heute
prangen die Berge Israels durch die Programme zur Wiederaufforstung von
Millionen frischer Bäume, zumeist Koniferen. Jesaja hat einst prophezeit:
»Statt der Dornsträucher werden Zypressen aufschießen,
und statt der Brennnesseln werden Myrten aufschießen« (Jesaja
55,13).
Wenn man bedenkt, wie unbedeutend dieser semitische Volksstamm einst war,
der von den Ägyptern verächtlich »Sandwanderer«
genannt wurde, kann man nur staunen, welch große Bedeutung Israel
heute in der Welt hat. Israel hat nicht nur eine bedeutende Stellung in
Wissenschaft, Religion und Wirtschaft, sondern ist einer der wichtigsten
Faktoren für die ganze Weltpolitik. Diese Bedeutung steht in keinem
Verhältnis zur winzigen Größe dieses Staates, was Israel
wiederum zu einem einzigartigen Volk unter den Nationen der Welt macht.
Die heutige ständige Bedrohung Israels durch seine arabischen Nachbarländer
sowie die antiisraelischen Tendenzen der Weltpolitik deuten offenbar auf
die Erfüllung einer weiteren biblischen Prophezeiung hin: Dem Staat
Israel ist eine schlimme Zeit eines heftigen Konflikts angekündigt,
wobei die Stadt Jerusalem der Zankapfel der Völker ist: »Siehe,
ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum.
Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit
Jerusalem. Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem
zu einem Stemmstein für alle Völker: alle, die ihn hochstemmen
wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde werden
sich gegen es versammeln« (Sacharja 12,2-3).
Da die Geschichte der Juden so detailliert und exakt in der Bibel vorausgesagt
ist, kann man nur zugeben, dass die Bibel tatsächlich das Wort des
lebendigen Gottes ist. Der englische Generalstaatsanwalt und Lordkanzler
Erskine sagte einst: »Auch wenn alle anderen Zeugnisse für
die Wahrheit der Bibel auf den Grund des Meeres versenkt würden,
wären die weltweite Zerstreuung der Juden, ihre beispiellosen Leiden
und ihre wunderbare Bewahrung ausreichend, um die Wahrheit der Bibel zu
belegen.«10
Daniels Vorraussagen über vier Weltreiche
Im Buch Daniel, das 530 v.Chr. verfasst wurde, sagt der Prophet zweimal
voraus, dass die jüdische Nation vier verschiedenen Weltreichen unterworfen
sein wird. Im 2. Kapitel des Buches Daniel wird eine Vision beschrieben,
die Gott dem babylonischen König Nebukadnezar gab. Er sah im Traum
eine große Statue, die wie folgt aufgebaut war: 1.) Ihr Kopf war
aus feinem Gold, 2.) ihre Brust und Arme waren aus Silber, 3.) ihr Bauch
und ihre Hüften waren aus Bronze, und 4.) ihre Beine waren aus Eisen
und die Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. Mit der ihm
von Gott verliehenen Weisheit deutete Daniel dieses Traumgesicht: Die
Statue repräsentierte vier aufeinanderfolgende Weltreiche, die über
die ganze Erde regieren sollten. Das erste Weltreich wird definitiv als
das damals herrschende babylonische Reich angegeben: »
du
(König Nebukadnezar) bist das Haupt aus Gold«.
In Daniel 7 hatte Daniel dann selber eine bestätigende Vision von
4 Tieren, die aus dem Meer aufstiegen: Die Tiere glichen 1.) einem Löwen,
2.) einem Bären, 3.) einem Leoparden und 4.) einem namenlosen Ungeheuer.
Auch diese Tiere wurden entsprechend den vier Teilen der Statue
als aufeinanderfolgende Weltreiche gedeutet. In Daniel 8 hatte
der Prophet eine weitere Vision, und zwar von einem Widder und einem Ziegenbock,
die ausdrücklich als Medo-Persien und Griechenland identifiziert
werden (Daniel 8,20-21).
Die faszinierende Tatsache ist, dass Israel im Lauf der Geschichte wirklich
vier Weltreichen unterworfen war, und zwar nur vier. Zur Zeit der Visionen
Daniels befanden sich die Juden in Gefangenschaft in Babylon. Das damals
vorherrschende babylonische Reich stürzte einige Jahre später
durch die militärische Gewalt der Meder und Perser, die von da an
die führende Macht in der Welt waren. Das medo-persische Reich wurde
abgelöst durch Griechenland, das durch die Eroberungszüge Alexanders
des Großen zur führenden Weltmacht aufstrebte. Das griechische
Reich wiederum fiel den Römern zu. Seither waren die Juden zwar unter
den verschiedenen anderen Nationen unterjocht, unter denen sie sich gerade
aufhielten, aber niemals durch irgendein anderes Weltreich.
Die Prophezeiungen Daniels sind so detailliert und eindeutig beschrieben
und haben sich derart exakt erfüllt, dass gebildete Ungläubige
versucht haben, diesem Bibelbuch seine Echtheit abzusprechen. Sie behaupten,
nicht Daniel habe es geschrieben, sondern jemand anderes, und zwar erst
nachdem die vorausgesagten Ereignisse stattgefunden hatten. Dieser falsche
Autor habe das Buch mit dem Namen Daniel versehen, um ihm Ansehen zu verleihen.
Doch alle diese Widerlegungsversuche waren vergeblich. Zum Beispiel hat
Sir Robert Anderson, seinerzeit führender Kopf von Scotland Yard,
in einem einschlägigen Buch die Echtheit des Buches Daniel nachgewiesen.
Die erfüllten Prophezeiungen sind im Buch Daniel so offensichtlich,
dass der säkulare und ungläubige Historiker Gibbons anerkennen
musste: »Die vier Weltreiche sind klar skizziert, und die unbesiegbare
römische Armee ist in den Prophezeiungen Daniels mit solcher Klarheit
beschrieben wie in den Geschichtswerken von Justin und Diodrus.«
Prophezeiungen über die Stadt Tyrus
Die Geschichte der antiken Stadt Tyrus liefert ein weiteres überzeugendes
und unbestreitbares Beispiel für erfüllte Prophetie. Tyrus war
ein großer Handelshafen am Mittelmeer und lag etwa 160 km nördlich
von Jerusalem. Es war zum einen Teil auf dem Festland erbaut und zum anderen
Teil auf einer Insel, die knapp 1 km vom Ufer entfernt lag. Die Zerstörung
von Tyrus war in Hesekiel 26 vorausgesagt und wurde etwa 588 v.Chr. mit
göttlicher Genauigkeit niedergeschrieben. Man beachte folgende Details
dieser Voraussage:
- Tyrus sollte vom babylonischen König belagert
werden (Hesekiel 26,7)
- Die Steine, das Bauholz und der Schutt der Stadt
sollten ins Meer geschüttet werden (Vers 12)
- Der Standort der Stadt sollte als kahler Felsblock
zurückbleiben, sodass die Fischer dort ihre Netze ausbreiten (Vers
14)
- Die Stadt sollte nie wieder aufgebaut werden (Vers
14)
Aus der Geschichtsschreibung wissen wir, was tatsächlich
mit dieser großen Stadt geschah: Nebukadnezar belagerte sie etwa
13 Jahre lang. Vor dem endgültigen Sturz der Stadt brachten die Bewohner
ihr Hab und Gut auf die nahegelegene Insel. Dank ihrer starken Flotte
konnten sie sich dort noch lange verteidigen, nachdem der Stadtteil auf
dem Festland bereits zerstört worden war.
Über zweihundert Jahre zogen ins Land. Im Jahr 332 v.Chr. stieß
Alexander der Große auf seinem welterobernden Feldzug mit seinen
Truppen an die Küste von Tyrus, doch war er nicht imstande, die Inselfestung
einzunehmen. Alexander beschloss daher, einen Damm zur Insel zu bauen.
Dazu bediente er sich der Ruinen der zerstörten Stadt vom Festland
der Steine, des Holzes und des Schutts , und warf dieses
Material ins Meer, sodass der einstige Standort von Tyrus als nackter
Felsen zurückblieb. Dann nahm er auch die Insel ein. Auf dem Festland
ist Tyrus nie wieder aufgebaut worden, und noch heute breiten die Fischer
dort ihre Netze zum Trocknen aus. Genauso war es vorausgesagt: »Ich
werde dich zum kahlen Felsen machen; ein Trockenplatz für Netze sollst
du werden, du wirst nicht wieder aufgebaut werden« (Hesekiel 26,14).
Wie ist es zu erklären, dass diese Prophezeiungen Hunderte von Jahren
im Voraus aufgeschrieben und mit solch minutiöser Genauigkeit in
Erfüllung gingen? »Es gibt nur eine Erklärung
mit
der sich der Verstand vollkommen zufrieden gibt: Hier spricht Gott, dessen
Gedanken alle Zeiten umfassen und vor dem die Zukunft nicht verhüllt
ist und der mit diesen Beweisen für seine Glaubwürdigkeit dem
Herzen des Menschen die Gewissheit aufprägt: Der Himmel und
die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen
(Matthäus 24,35)«.
Prophezeiungen über Christus
Von allen Prophezeiungen in der Bibel sind keine anderen so zahlreich
oder ausführlich wie die vielen Voraussagen über den Herrn Jesus
Christus. Seine Abstammung war vorausgesagt: Er musste aus der Nachkommenschaft
Abrahams sein (1. Mose 22,18), aus dem Stamm Juda (1. Mose 49,10) und
aus dem Haus Davids (Jesaja 9,7). Es war prophezeit, dass er von einer
Jungfrau geboren wird (Jesaja 7,14), und zwar in Bethlehem (Micha 5,1).
Interessanterweise kommen in der Bibel zwei Orte namens Bethlehem vor.
Das eine Bethlehem lag im Gebiet von Sebulon im Norden Israels (Josua
19,15), und das andere lag in Judäa und war auch unter dem Namen
Efrata bekannt. Die Prophezeiung über den Geburtsort des Messias
ist derart exakt, dass sie zwischen diesen beiden Orten unterscheidet:
»Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften
von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über
Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den
Tagen der Ewigkeit her« (Micha 5,1).
Jesaja sagte voraus, dass der Messias von einem Vorboten angekündigt
(Jesaja 40,3), vom Heiligen Geist gesalbt (11,2; 62,1) und sein Wirken
in Galiläa beginnen werde (9,1-2). Es war vorausgesagt, dass ein
vertrauter Freund ihn verraten wird (Psalm 41,9), und zwar zum Preis von
30 Silberstücken (Sacharja 11,12).
Die Umstände seines Todes am Kreuz waren im Alten Testament klar
geschildert: Seine Hände und Füße sollten durchbohrt werden
(Psalm 22,17); er sollte zusammen mit Verbrechern sterben (Jesaja 53,12);
seine Peiniger sollten um seine Kleider losen (Psalm 22,19; vgl. Matthäus
27,35); Essig und Galle sollten ihm zu trinken gegeben werden (Psalm 69,22;
vgl. Matthäus 27,47-48). Kein einziger Knochen sollte ihm gebrochen
(Psalm 34,21; vgl. Johannes 19,36), aber seine Brust durchbohrt werden
(Sacharja 12,10; vgl. Johannes 19,37). Sogar seine letzten Worte wurden
genau vorausgesagt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«
(Psalm 22,2; vgl. Matthäus 27,46). Er sollte stellvertretend für
andere sterben (Jesaja 53,5.12). Seine Bestattung im Grab eines Reichen
war vorausgesagt (Jesaja 53,9; vgl. Matthäus 27,57-60), ebenso wie
seine Auferstehung (Psalm 16,10; vgl. Apostelgeschichte 2,31) und Himmelfahrt
(Psalm 68,19; vgl. Epheser 4,8).
Einige dieser Prophezeiungen wurden nicht weniger als 1600 Jahre vor Christi
Geburt getroffen, und die letzten von ihnen wurden über 400 Jahre
vor dem Kommen des Messias aufgeschrieben. Dabei ist diese kurze Zusammenfassung
keineswegs eine vollständige Liste aller messianischen Prophezeiungen,
denn es gibt etwa 300 solcher Voraussagen, die sich in Jesus Christus
exakt erfüllt haben.
Welche Schlussfolgerung können wir daraus ziehen? Ein Autor schrieb
darüber: »Wenn die Glaubwürdigkeit und Genauigkeit der
Bibel vor Gericht juristisch geprüft würde und man dazu die
Indizien heranzöge, welche die erfüllten Voraussagen der Bibel
liefern, dann könnte in dieser Frage kein Zweifel bestehen bleiben.
Kein Gericht könnte zu Recht oder mit Vernunft abstreiten: Eine überwältigende
Menge verfügbarer aussagekräftiger Indizienbeweise zeigt eindeutig,
dass die Bibel übernatürlichen Ursprungs ist. In den Voraussagen
der Bibel könnte kein einziger Fehler gefunden werden.«
Daniels Vision der siebzig Jahrwochen
Diese vielen Voraussagen über das Leben und Sterben Jesu Christi
sind bereits faszinierend, doch der Prophet Daniel empfing in einer Vision
eine noch erstaunlichere Prophezeiung: Hier wurde ihm der genaue Zeitpunkt
mitgeteilt, wann der Messias ermordet würde, auf Jahr, Monat und
Tag genau. Und diese Vision geschah 560 Jahre vor diesem Ereignis!
Diese erstaunliche Prophezeiung findet sich im 9. Kapitel des Buches Daniel.
Die Berechnung ist an sich etwas kompliziert, doch der bereits erwähnte
Leiter von Scotland Yard, Sir Robert Anderson, hat eine vorzügliche
Interpretation dieser schwierigen Bibelstelle herausgearbeitet, die unter
Bibelauslegern allgemein akzeptiert wird.15
Der betreffende Abschnitt aus Daniel (Kap. 9,25-27) lässt sich folgendermaßen
zusammenfassen: Der Engel Gabriel sagte Daniel, dass vom Erlass, Jerusalem
wieder aufzubauen bis zum gewaltsamen Tod des Messias 7+62 »Wochen«
vergehen, wobei das Wort »Wochen« einfach »Siebener«
heißt und sich auf eine Periode von sieben Tagen oder auch sieben
Jahren beziehen kann. In diesem Fall kann es sich nur um Jahre handeln;
die »Siebener« sind sozusagen »Jahrwochen«. Anders
ausgedrückt, sollten vom Erlass, Jerusalem wieder aufzubauen, bis
zum Tod des Messias 69×7 = 483 Jahre vergehen.
Der erwähnte Erlass zum Wiederaufbau der Stadt Jerusalem geschah
vom persischen König Artaxerxes am 5. März 444 v.Chr., was wir
aus der genauen Angabe in Nehemia 2,1-8 wissen. Würden wir von diesem
Datum ausgehend den Zeitpunkt 483 Jahre später berechnen, kämen
wir nach unserem Kalender auf das Jahr 39 n.Chr. Wir müssen die Berechnung
jedoch etwas sorgfältiger gestalten. Nach jüdischer Zeitrechnung
umfasste ein Jahr stets 360 Tage. 483 jüdische Jahre entsprechen
also 173.880 Tage. Wenn wir dies nun auf unseren Kalender umberechnen
und dabei noch die Schaltjahre berücksichtigen, erhalten wir für
173.880 Tage nach dem 5. März 444 v.Chr. als Ergebnis den 30. März
33 n.Chr. Jesus Christus wurde am Tag vor dem Passafest gekreuzigt, welches
stets auf den 7. April fällt. Der 30. März 33. n.Chr. ist also
ein vernünftiges Datum für den Beginn der Passionswoche des
Messias. Die Prophezeiung ist also höchst exakt, da sie besagt, dass
der Messias nach oder am Ende von den 7+62 Jahrwochen umgebracht wird.
Wer sich genauer mit diesen Berechnungen beschäftigen möchte,
kann weitere Erklärungen nachlesen z.B. in den sehr ausführlichen
Erläuterungen zu diesem Bibelabschnitt in »Das Alte Testament
erklärt« von John Walvoord16 oder in dem Buch »Bibel
und Zukunft« von D.L. Pentecost.
Diese Prophezeiungen Daniels sind, wie die vielen anderen bereits erfüllten
Voraussagen dieses Propheten, unbestreitbare Indizien für die göttliche
Inspiration der Bibel. Sie erklären darüber hinaus, warum das
Buch Daniel so lange das Ziel der vernichtenden Kritik von Bibelgegnern
war.
Prophezeiungen über die Stadt Jerusalem
In Lukas 21,24 sagt der Herr Jesus: »Jerusalem wird zertreten werden
von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.«
Seit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer (70 n.Chr.) war
die Stadt von Heiden beherrscht; das ist »die Zeit der Nationen«.
Im Jahr 363 n.Chr. wollte ein römischer Kaiser namens Julian der
Abtrünnige das Christentum schädigen, indem er den Juden erlaubte,
ihren Tempel wieder aufzubauen. Doch der nichtchristliche Historiker Gibbon
berichtet, dass »ein Erdbeben, ein Orkan und eine Feuersbrunst
die neuen Grundmauern des Tempels umrissen und zerstörten«18
und das Vorhaben so vereitelt wurde.
Nachdem gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit der Zionismus-Bewegung eine
Rückkehr der Juden nach Palästina begonnen hatte, wurde dort
am 14. Mai 1948 der neue Staat Israel ausgerufen. Doch als die Grenzen
des neuen Israels festgelegt wurden, befand sich damit das alte Jerusalem
im Königreich Jordanien. Später im Jahr 1948 geriet die neue
jüdische Armee in einen Konflikt mit der Arabischen Liga. Israel
stürmte entschlossen die Altstadt von Jerusalem, doch als sie bereits
kurz vor dem Sieg standen, schritten die Vereinten Nationen ein und riefen
einen Waffenstillstand aus. Zwischen den beiden Armeen wurde ein Niemandsland
eingerichtet und die Altstadt Jerusalems befand sich weiterhin in arabischer
Hand. 1967 schließlich gelang es Israel im Sechstagekrieg die Altstadt
zu erobern, doch bis heute behalten sich die Muslime unter Obhut der Uno
das Recht vor, den einstigen Tempelplatz mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee
als ihr Heiligtum zu belegen. Welchen unaufhörlichen Konflikt das
bedeutet, ist uns aus den täglichen Nachrichten nur zu gut bekannt.
Der Status von Jerusalem ist eines der heikelsten Zankäpfel der Weltpolitik.
Die oben zitierte Prophezeiung Jesu ist also gültig; Gottes erwählter
Ort der Anbetung wird weiterhin von Heiden zertreten, »bis die Zeit
der Nationen erfüllt ist«. Die Bibel sagt, dass »Jerusalem
zu einem Stemmstein der Völker« wird und sich »alle Nationen
gegen Jerusalem versammeln werden« (Sacharja 12,3) und dass die
Nationen »die heilige Stadt zertreten werden 42 Monate« lang
(Offenbarung 11,2). Diese 42 Monate beziehen sich auf die letzte Hälfte
der 70. Jahrwoche aus Daniels Prophetie. Nach diesen sieben Jahren wird
Jesus Christus in Herrlichkeit wiederkommen und in Jerusalem triumphieren.
Jesu Weherufe über galiläische Städte
Während seines irdischen Wirkens besuchte der Herr Jesus die galiläischen
Städte Kapernaum, Chorazin, Bethsaida und Tiberias. Obwohl der Herr
in den ersten drei dieser Städte beeindruckende Wunder wirkte, taten
ihre Bewohner keine Buße. Deshalb sprach der Herr ein Wehe über
diese drei Städte aus, was in Matthäus 11,21-24 nachzulesen
ist. Über Tiberias sprach er dieses Wehe jedoch nicht.
Was ist im Lauf der Jahrhunderte aus diesen Städten geworden? Am
nordwestlichen Ufer des Sees Genezareth finden sich Ruinen, die man für
Überreste des alten Kapernaum hält. Nachgewiesen ist die genaue
Lage dieses antiken Ortes jedoch nicht. Gleiches gilt für Chorazin
und Bethsaida. Niemand weiß genau, wo diese Städte lagen. Sie
sind untergegangen, doch Tiberias ist bis heute eine florierende Hafenstadt
am Ufer des Sees Genezareth und hat die Unruhen der Jahrhunderte überstanden.
Ist es bloßer Zufall, dass die drei vom Herrn verfluchten Städte
verschwunden sind, während die eine nicht verfluchte Stadt erhalten
blieb?
Zusammenfassung
Wir könnten massenhaft Beispiele für weitere erfüllte Prophezeiungen
anführen, doch diese sollten ausreichen, um zu zeigen, dass die Schreiber
der Bibel von Gott inspiriert waren. Für den aufrichtigen Denker
sind das überzeugende Anhaltspunkte. Ein bekannter Autor beschrieb
treffend die hohe Bedeutung von erfüllten Prophezeiungen:
Erfüllte Prophetie ist ein Beweis für die
Inspiration, weil die biblischen Voraussagen künftiger Ereignisse
so lange vor dem Eintreten der Ereignissen getroffen wurden, dass kein
rein menschlicher Scharfsinn oder Weitblick sie vorausahnen konnte. Diese
Voraussagen sind so detailliert, genau und konkret, dass jede Möglichkeit
ausgeschlossen ist, dass es sich lediglich um glückliche Schätzungen
handelte. Hunderte von Voraussagen über Israel, das Land Kanaan,
Babylon, Assyrien, Ägypten und zahlreiche Personen so alt,
so einzigartig, so offensichtlich unwahrscheinlich und zugleich so detailliert
und konkret, dass kein Sterblicher sie sich hätte ausdenken können
sind in Erfüllung gegangen unter Mitwirken der Naturgewalten
oder von Menschen, die diese Voraussagen nicht kannten oder nicht glaubten
oder sogar verzweifelt versichten, ihre Erfüllung zu verhindern.
Daher gilt es als sicher, dass die Schriften, die diese Voraussagen enthalten,
inspiriert sind.«19
Jesus sagte zu seinen Jüngern: »Und jetzt
habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht«
(Johannes 14,29). Glauben Sie ihm?
| Auszug aus dem Buch "Ist die Bibel
Wahrheit?" von William MacDonald. © Betanien
Verlag, Bielefeld, 2002 |
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