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Wir könnten noch viel mehr Indizien für die Wahrheit der Bibel
vorbringen, doch mehr sind gar nicht nötig. Die Tatsache bleibt bestehen,
dass die Bibel selbst ihr bester Beweis ist. Sie selbst enthält alle
Bestätigungen ihrer Glaubwürdigkeit. Der Glaube nimmt die Bibel
an, weil sie das Echtheitssiegel ihres göttlichen Autoren trägt.
Der Mensch hat stets die Einstellung: "Sehen ist glauben". Als
der Herr Jesus am Kreuz hing, sagten seine Feinde: "Der Christus,
der König Israels, steige jetzt herab vom Kreuz, damit wir sehen
und glauben!" (Markus 15,32). Doch Gottes Methode, um seine Geschöpfe
zum Glauben zu bewegen, ist genau umgekehrt. Zu Martha sagte der Herr
Jesus: "Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, dann würdest
du die Herrlichkeit Gottes sehen?" (Johannes 11,40). Der Psalmist
brachte dasselbe Prinzip zum Ausdruck: "Ich glaube aber doch, dass
ich sehen werde das Gute des HERRN im Lande der Lebendigen" (Psalm
27,13, Luther). Und die griechische Übersetzung des Alten Testaments
gibt Jesaja 7,9 so wieder: "Glaubt ihr nicht, so werdet ihr nicht
sehen!" In Hebräer 11,3 lesen wir die bedeutungsschwangere Aussage:
"Durch Glauben verstehen wir
"
Von Natur aus sucht das Herz nach einem sichtbaren Wunder als Grundlage
für seinen Glauben. Doch Jesus akzeptiert diese Art von "Glauben"
nicht. Sir Robert Anderson stellt heraus, dass Wunder an sich keinen Beweis
für den christlichen Glauben liefern, da es auch Wunder aus teuflischen
Quellen gibt. Jesus stellt bei seinen Wundern heraus, dass sie moralischen
Charakter haben, dass sie im Alten Testament prophezeit worden waren und
dass er solche Wunder wirkte, wie sie kein anderer Mensch jemals gewirkt
hat.
In Johannes 2,23-25 lesen wir: "Als er (Jesus) aber zu Jerusalem
war, am Passa, auf dem Fest, glaubten viele an seinen Namen, als sie seine
Zeichen sahen, die er tat. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht
an, weil er alle kannte und nicht nötig hatte, dass jemand Zeugnis
gebe von dem Menschen; denn er selbst wusste, was in dem Menschen war."
Und zu seinem Jünger Thomas sagte er: "Weil du mich gesehen
hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch
geglaubt haben!" (Johannes 20,29).
Jesus selbst lehrte außerdem, dass die Bibel als Grundlage des Glaubens
völlig ausreicht. Dazu zitierte er Abraham, der im Totenreich einem
Verlorenen antwortete, als dieser einen Auferstanden zu seinen Brüdern
schicken wollte, um sie vor der Hölle zu warnen: "Wenn sie Mose
und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt
werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht" (Lukas 16,31). Die
Bibel beweist selber ihre göttliche Inspiration und bietet all denen
Glauben an, die auf sie hören, denn "der Glaube ist aus der
Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi"
(Römer 10,17).
Die Bibel selbst ist ihre beste Verteidigung
Wie soll man dann auf Angriffe gegen die Bibel reagieren? In derselben
Weise, wie der Herr Jesus auf die Angriffe seiner Feinde reagiert hat -
mit dem Wort Gottes selbst. Als er in der Wüste drei Mal vom Teufel
versucht wurde, antwortete er stets: "Es steht geschrieben
"
und zitierte alttestamentliche Schriftstellen (Matthäus 4,4.7.10).
Danach ließ der Teufel von ihm ab. Jesus hat uns ein Beispiel hinterlassen,
welchem der Christ folgen soll. Jeder Jünger Jesu sollte freimütig
die Bibel zitieren, um die Angriffe des Feindes abzuwehren. Auch wenn die
Gesprächspartner die Wahrheit der Bibel abstreiten, soll der Christ
dennoch "das Schwert des Geistes" (Epheser 6,17) anwenden. Wenn
die Bibel angegriffen wird, vermindert das nicht ihre durchschlagende Kraft.
Manchmal ist der Christ versucht, dieses Schwert zu vernachlässigen
und zu anderen Waffen zu greifen, wie z.B. zu logisch klingenden Argumenten,
"gesundem" Menschenverstand, Philosophie oder Wissenschaft. Diese
Instrumente können womöglich nützlich sein, um den Glauben
von Christen zu bestätigen, doch wenn ein Christ diese Mittel beim
Diskutieren mit einem Skeptiker einsetzt, wird er unweigerlich in eine Falle
tappen. Allein das Wort Gottes kann den Feind zum Schweigen bringen. Jemand
sagte einmal: "Ein einziger Vers aus der Bibel ist so viel Wert wie
tausend Argumente."
Dass die Bibel eine vollkommene Waffe zu ihrer eigenen Verteidigung ist,
wird durch die Geschichtsschreibung reichlich bestätigt. Eines der
bekanntesten Beispiele dafür aus neuerer Zeit hat mit der Bekehrung
von Lord Lyttleton und Gilbert West zu tun:
Zu einer
Zeit, als man sagte, der Deismus (eine Religionsauffassung, die lehrt,
Gott greife nicht in das Weltgeschehen ein und der Mensch könne
sich selber erlösen) habe in den gebildeten Klassen Englands triumphiert,
galten die angesehenen Juristen Lord Lyttleton und Gilbert West als
zwei der größten Verfechter des Rationalismus. Diese zwei
brillanten Rechtsanwälte wurden als Champions darin gefeiert, alles
Übernatürliche in der Bibel zu leugnen und solchen den Mund
zu stopfen, die für die Bibel als das Wort Gottes eintraten. Eines
Tages trafen die beiden sich in Lord Lyttletons Privaträumen, um
ihre Pläne zu besprechen und einen vereinten Angriff auf die Wunder
der Bibel vorzubereiten.
West erklärte, dass sie ihren Standpunkt niemals durchsetzen können,
solange sie sich nicht mit der Auferstehung Christi beschäftigt
und sie als bloße Legende erwiesen haben. Lyttleton hingegen hatte
entdeckt, dass die Bekehrung von Saulus das größte Hindernis
für ihre Lehre darstellte. Diese in der Apostelgeschichte überlieferte
Bekehrungsgeschichte musste ebenfalls als "Mythos" widerlegt
werden. Sie kamen überein, dass sie beide jeweils ein Buch schreiben
wollten: West ein Buch, das bewies, dass Christus nicht von den Toten
auferstanden ist, und Lyttletons Buch sollte beweisen, dass Saulus von
Tarsus nicht so bekehrt wurde, wie es in der Apostelgeschichte überliefert
ist.
So begannen sie beide mit ihrem vereinten Angriff auf die biblischen
Lehren von Christi Auferstehung und von Saulus bemerkenswerter Bekehrung
durch die Kraft des verherrlichten Christus. Als angesehene Rechtsanwälte
beschlossen sie bei dieser Besprechung vor Beginn ihrer Arbeit, dass
sie "die Bedingung auferlegen, die Indizien zu untersuchen",
die die Bibel für diese beiden historischen Tatsachen liefert,
für Christi Auferstehung und für Saulus' Bekehrung.
Bei einer weiteren Besprechung einige Zeit später gestand West
gegenüber Lyttleton ein, dass sein Studium der Bibel "seinen
Standpunkt etwas erschüttert" habe. Lyttleton sagte, er sei
überrascht, dass "an der Bekehrung von Saulus doch irgendetwas
dran sein muss".
Nach ein paar Monaten trafen sie sich wiederum, und als West gefragt
wurde, ob er sein Buch fertiggestellt habe, antwortete er: "Ja,
aber es ist anders als erwartet. Als ich die Indizien für die Auferstehung
Christi untersuchte und sie gemäß den anerkannten Gesetzen
der Beweisführung erwog, wurde ich überzeugt, dass er tatsächlich
von den Toten auferstand, so wie die Bibel es berichtet. Mein Buch ist
nun ein Bekenntnis, dass ich daran glaube."
Und Lord Lyttleton sagte: "Auch ich bin überzeugt worden,
dass Saulus von Tarsus so bekehrt wurde, wie es in der Apostelgeschichte
steht, und dass der christliche Glaube der Bibel wahr ist." Diese
beiden Bücher wurden daraufhin gedruckt und befinden sich heute
noch in einigen Bibliotheken.
Der Grund für die meisten Schwierigkeiten
mit der Bibel
Warum führen Menschen einen solchen unerbittlichen Krieg gegen die
Bibel? Dafür gibt es zwei allgemeine Begründungen. Erstens neigen
die Menschen dazu, ihren Verstand auf den Thron zu setzen und ihren eigenen
Intellekt zu rühmen. Törichterweise meinen sie, auch göttliche
Dinge könnten der Prüfung durch den menschlichen Verstand unterworfen
werden. Deshalb lautet für sie das ausschlaggebende Kriterium nicht
mehr: "Was sagt die Bibel?", sondern: "Ist das nachvollziehbar?"
Wenn es nicht nachvollziehbar ist, schließen sie, dass es nicht
wahr sein kann. Das ist natürlich genau die Weise, wie die Sünde
zum ersten Mal in die Welt eindrang. Der Teufel säte Zweifel in Evas
Denken bezüglich der Wahrhaftigkeit des Wortes Gottes, indem er sie
fragte: "Hat Gott wirklich gesagt
?" (1. Mose 3,1). Eva
öffnete dem Zweifel ihre Herzenstür und so kam die Sünde
in die Welt. Paulus schreibt in 2. Korinther 11,3, dass Evas Verstand
dadurch "verdorben" wurde.
Die Haltung des Christen wird uns in 2. Korinther 10,5 vorgestellt: "
so zerstören wir Vernünfteleien und jede Höhe, die sich
gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen
unter den Gehorsam Christi." Christus und sein Wort sind die höchste
Autorität. Daran muss alles geprüft werden, und jede verstandesmäßige
Idee, die dieser Autorität nicht zustimmt, muss abgelehnt werden.
Doch es gibt noch einen weiteren Grund dafür, warum der Mensch so
feindlich auf die Bibel reagiert: Sünde in seinem Leben. Einmal kam
ein angeblicher Freund der Bibel mit einer langen Liste von Einwänden
und Argumenten zu einem Prediger. Der Prediger sprach ihn sofort auf sein
moralisches Verhalten an, und daraufhin kam eine schockierende Geschichte
von entsetzlicher Schande ans Licht. Ein anderer Autor berichtet:
An einem himmelblauen Tag suchte ein Ungläubiger
den Himmel mit einem Teleskop ab. Als man ihn fragte, was er da tue,
antwortete er: "Ich versuche Ihren Gott zu finden, aber ich kann
ihn nirgends sehen!" Daraufhin erhielt er eine passende Antwort:
"Und Sie werden ihn tatsächlich niemals finden, denn es steht
geschrieben: Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie
werden Gott schauen (Matthäus 5,8)." Wie wahr und zeitlos
gültig diese Antwort ist!
Der Mensch kann nicht von der Bibel lassen, weil sie ihn
nicht lässt. Sie verurteilt seine Sünde und sein Unrecht und
sagt allen, die in solcher Sündhaftigkeit verkehren, die ewige Verdammnis
voraus. Gute Menschen würden nichts gegen ein gutes Buch einwenden,
aber von bösartigen Menschen ist zu erwarten, dass sie das Buch hassen,
das sie bloßstellt. So hat es der Herr Jesus gesagt: "Jeder,
der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine
Werke nicht bloßgestellt werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt
zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt
sind" (Johannes 3,20-21). Zweifellos gibt es noch weitere Gründe
für die Feindseligkeit des Menschen gegen das Buch der Bücher,
aber diese beiden sind wahrscheinlich die zwei häufigsten.
Die Bibel steht und bleibt bestehen!
Auch wenn Himmel und Erde vergehen, wird Gottes Wort niemals vergehen.
Die Bibel wird das Buch des Himmels sein, so wie sie unser Buch auf der
Erde war. Auch wenn sie angezweifelt, verleugnet, gehasst, verbannt und
verbrannt wurde, wird sie feststehen wie ein Fels, unerschüttert
inmitten der brausenden Stürme der Zeit. Wer sie verwirft oder ablehnt,
besiegelt damit sein eigenes ewiges Schicksal. Andererseits wird niemand,
der ihr völlig geglaubt hat, jemals in seinem Glauben beschämt
werden. Jemand schrieb treffend: "Wenn die Modernisten und Vertreter
der historisch-kritischen Methode ausgeredet haben und das Geschrei verstummt
ist, werden sich die sechsundsechzig Bücher der Bibel erheben und
mit vereinter Stimme rufen: Ihr Herren, tut euch kein Leid an; wir
sind alle hier! (in Anspielung auf Apostelgeschichte 16,28)."45
"Lasst uns darüber freuen, dass der Engel, der einst Josef in
Ägypten erschien, in jedem Jahrhundert christlicher Geschichtsschreibung
diese großartige Wahrheit erneut bestätigt hat: Sie sind
gestorben, die dem Kind nach dem Leben trachteten (in Anspielung
auf Matthäus 2,20)."
| Auszug aus dem Buch "Ist die Bibel
Wahrheit?" von William MacDonald. © Betanien
Verlag, Bielefeld, 2002 |
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